… dieses Mal mit Sonne.
Doch der Reihe nach. Für unseren letzten Tag auf den Färöer hatten wir nichts geplant. Es nieselte, als wir aufstanden und so besuchten wir das Sagamuseum in Vestmanna. Die Geschichte der Färöer ist ähnlich blutig wie die Geschichte der Isländer. Man war sich häufig nicht einig, wem was gehörte und es gab zahlreiche Fehden. Das alles wird in diesem Museum mit Wachsfiguren sehr realitätsnah dargestellt. Wir haben keine Altersbegrenzung gesehen, aber FSK 12 erschien uns mindestens angebracht. Eher harmlose Figuren waren die reiche Hausfrau, eine Witwe, die sowohl auf den Färöer als auch in Norwegen viel Land besaß, sowieso die schöne Annika, die von ihrem Vater beim Kartenspiel verzockt wurde. Deshalb musste sie den Gewinner heiraten und auf dessen Hof ziehen. Sie verliebte sich jedoch in den Knecht des Hofes. Gemeinsam brachten sie daraufhin ihren Gatten um. Das Ganze blieb drei Jahre unentdeckt, bis der Knecht Annika verriet, um sein eigenes Leben zu schützen. Annika wurde daraufhin ertränkt. Das gelang jedoch erst im zweiten Versuch, nachdem man ihr ihr langes Haar abgeschnitten hatte, mit dem sie der Sage nach, beim ersten Mal noch schwimmen konnte.
Nach so viel gruseliger Geschichte brauchten wir frische Luft und fuhren weiter nach Leynar. Das kleine Örtchen war uns im Vorbeifahren aufgefallen. Hier gibt es einen Strand und alte Häuser mit Grassodendächern. Und es gibt Grasköpfe.
Ein kurzer Blick in die Wetterkarte machte uns Hoffnung auf Sonne in Tórshavn. Die Entfernungen sind hier so kurz, dass man problemlos im Zickzack über die Inseln fahren kann. Selten ist man länger als 30 Minuten vom nächsten Ziel entfernt. Die Lage zu den Fjorden und die Ausrichtung zu den Hochebenen machen jedoch einen gewaltigen Unterschied beim Wetter.
Wir fanden die Sonne und zogen noch einmal durch das Regierungsviertel in Tinganes und die alten Häuser von Reyn.
Mit Sonnenschein waren sie noch hübscher anzusehen, als bei unserem ersten Besuch im Regen.

Lange saßen wir auf einer Bank und versuchten uns vorzustellen, wie das Leben vor 200 Jahren hier ausgesehen hat.
Wie schnell sich das Wetter hier ändert, merkten wir, als keine halbe Stunde später der Blick nach Tinganes so aussah:

Das ist also der berühmt-berüchtigte Nebel, vor dem uns die Fähringer gewarnt haben. Die Wolken kommen blitzschnell an und wenn kein Wind weht, bleiben sie hartnäckig hängen. Wir verließen Tórshavn in Richtung Hvalvík. Kurz vor diesem Dorf steht eine alte Walfangstation als Industriedenkmal. 1905 erbaut, war sie mit einigen Unterbrechungen und Umbauten bis 1984 in Gebrauch. Das Museum war leider schon geschlossen und man kam in die einzelnen Gebäude nicht mehr hinein. Der Rundgang über das Gelände war jedoch frei zugänglich. Das Thema Grindwalfang ist nach wie vor aktuell. Trotz Aufklärung und der Tatsache, dass der Verzehr von Walfleisch durch die Schwermetallbelastung der Tiere gesundheitsschädlich ist, lassen die Fähringer sich nicht davon abbringen. Es findet leider jedes Jahr eine Jagd statt. In Hvalvík ist sie wenigstens schon Geschichte.

Unsere Fähre geht heute Nacht um 3:30 Uhr. Wir suchten einen Platz für das Abendessen und fanden ihn am Rande einer Buttercup-Route. So werden die landschaftlich besonders reizvollen Straßen nach der Nationalblume der Färöer benannt und sie sind auch mit einem entsprechenden Butterblumen-Symbol gekennzeichnet.

Während die Sonne hinter den Bergen verschwand, stiegen die Wolken langsam höher auf.

Vielen Dank an alle, die auf diesem Weg mit uns mitgereist sind. Wir hatten eine großartige Zeit.









Danke, dass du uns hast mitreisen lassen 🙂
So viele tolle Fotos und Eindrücke.
Danke dir, Doris 🙏
Wunderbare Erinnerungen und Eindrücke auf eurer Tour, vielen Dank fürs Mitreisen.
Und soviel Wasser, Meer, Strand, HotPots, und Wale…..nur bei den Bergen bin ich raus (absolut nicht schwindelfrei), aber zum Anschauen Grandios.
Wir freuen uns, Claudia, dass du mit uns unterwegs warst 🙂 Danke dafür!